Mariä Himmelfahrt

Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit

legen die durch die Utrechter Erklärung vom 24. September 1889 vereinigten Bischöfe der Altka­tholischen Kirchen zu der Lehre von der »leiblichen Aufnahme der Hl. Maria in den Himmel« folgen­des Zeugnis ab:

An die katholische Kirche

Wir bekennen in Übereinstimmung mit der einen heiligen, katholischen und apostolischen Kirche den Glauben »an Jesum Christum, den eingeborenen Sohn Gottes, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geiste, geboren aus Maria der Jungfrau«.

Wir bekennen, daß Gott die Hl. Maria auserkoren hat, damit sie als Jungfrau vom Heiligen Geist die Mutter des Wortes Gottes werde, das von Ewigkeit Gott und bei Gott ist und das »um uns Men­schen und um unseres Heiles willen« aus ihr Fleisch und Mensch geworden ist.

Wir bekennen, daß die Kirche ihr den Namen »Mutter Gottes« gegeben hat, um damit den Glauben zu bezeugen, daß aus Maria nicht nur ein Mensch geboren wurde, sondern Jesus Christus, der von Ewigkeit her einer Wesenseinheit mit dem Vater, Gott und Mensch in einer Person ist.

Wir bekennen, daß Gott uns in diesem seinem eingeborenen Sohn Jesus Christus den einzigen Erlö­ser und Mittler geschenkt hat, durch den wir gerettet werden, und daß »in keinem andern das Heil ist, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel für die Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden«.

Wir bekennen, daß Gott in Jesus Christus, seinem Mensch gewordenen Sohn, alles geoffenbart hat, was zu unserem Heil notwendig ist, daß Er durch seinen Heiligen Geist diese seine Offenbarung zu allen Zeiten seiner Kirche schenkt, und daß alles, das davon abweicht oder was hinzugefügt wird, nicht die Wahrheit enthält, die Gott uns geoffenbart hat.

Darum weisen wir aufs Neue die Lehre zurück, nach welcher der Bischof von Rom fähig sei, unfehl­bar auszusprechen, festzustellen und als Heilswahrheit der Kirche vorzuschreiben, was Gott geoffenbart hat, und daß er dies vermöge, auch wenn eine solche Lehre weder durch Gottes Wort in der Heiligen Schrift noch durch den allgemein anerkannten Glauben der Kirche bezeugt wird. Wir weisen deshalb aufs neue die vom Bischof von Rom proklamierte Lehre von der unbefleckten Emp­fängnis Mariä zurück, und heute ebenso die an Allerheiligen 1950 definierte und verkündete Lehre von der leiblichen Aufnahme der heiligen Jungfrau Maria in die himmlische Herrlichkeit.

Wir bedauern, daß die Kirche von Rom sich durch diese neue Lehre wiederum einen Schritt weiter von der Wahrheit, die allein aus Gott ist, entfernt hat, und daß dadurch die Trennung in der Christen­heit, die nach Herstellung der Einheit strebt, aufs neue verschärft wird.

In der Gemeinschaft mit der Kirche aller Jahrhunderte ehren wir das Andenken der Heiligen Maria, der Mutter unseres Erlösers, der Patriarchen, der Apostel und aller Heiligen, denen Gott die Krone des ewigen Lebens verliehen hat. Und wir bitten Gott, der durch seinen Heiligen Geist den ganzen Leib der Kirche heiligt und regiert, daß Er die Fürbitte dieser seiner triumphierenden Kirche erhöre und in der streitenden Kirche den Irrtum tilge, das Licht der Wahrheit leuchten lasse und ihr die Gaben der Einheit und des Friedens verleihe, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.

Gegeben zu Utrecht (Niederlande) und Bern (Schweiz) am Feste des Hl. Stephanus, dem 26. De­zember des Jahres unseres Herrn 1950.

Für die Altkatholische Bischofskonferenz

Der Präsident: Andreas Rinkel, Erzbischof von Utrecht

Der Sekretär: Adolf Küry, Bischof, Bern

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