Private Verlautbarungen

„Neuerdings hat die römisch-katholische Kirche uns «links», das heisst protestantisierend, dem Trend gehorchend, überholt, so hört man sagen. Lasst uns aber nicht dem Trend gehorchen, nicht den Problemen aus dem Weg gehen, nicht nach dem trachten, «was ankommt», sondern die Wahrheit bekennen in Liebe, indem wir einander unsere Sünden bekennen.“
(Peter Amiet, 1978)

„Eines der Argumente, mit denen die Alt-Katholiken die ‚neuen‘ Dogmen von 1870 und die Verbindlichkeit anderer Entscheidungen Roms abgelehnt haben und ablehnen, heißt bekanntlich Verbindlichkeit. Nur ein wirklich allgemeines Konzil, nicht aber eine Teilkirche, kann über Fragen befinden, die sich der alten, ungeteilten Kirche noch nicht gestellt hatten. Eine solche Frage ist zweifellos die der Priester-(und Bischofs-)weihe für Frauen. Hier sieht sich also auch der vor einer Grenzmarkierung, der ansonsten gute theologische Gründe für einen solchen Schritt beizubringen weiß.“
(Sigisbert Kraft, 1985)

„Es gab indes auch innerhalb der alt-katholischen Bewegung von allem Anfang an und bald in wachsendem Maß Männer, die es nicht ungern sahen, wenn die Alt-Katholiken sich als Sonderbekenntnis, als „dritte Konfession“, als „evangelisch-katholische Bewegung“ oder als überhaupt völlig sich selbst verantwortliche moderne Bewegung verstanden, die, einmal romfrei geworden, sich an nichts mehr außer an ihr Gewissen und die modernen Ergebnisse theologischer Wissenschaft gebunden erachtete. (…)

Wenn es dennoch gelang, die Bistümer im katholischen Glauben zu erhalten, ja durch die Zeitenstürme hindurchzuretten, dann verdanken wir das nächst der göttlichen Vorsehung, die uns vielleicht doch noch als Werkzeug benutzen will, dem Bischofsamt in der apostolischen Nachfolge und einigen besonnenen Männer, vor allem auch dem Umstand, daß es in jeder Gemeinde unter Hunderten völlig unkirchlich gewordener Taufscheinchristen einige Männer und Frauen gab, die sich für die Idee der alten katholischen Kirche aufopferten.

Darum kann auch unsere Jugend nichts anderes tun, als zu Füßen des Meisters das Wort Gottes gehorsam hören, entgegennehmen und fruchtbar machen. Auch wir Ältere können es nur den Vätern der Vorzeit nachtun, die erklärt haben: was wir gehört und gesehen, was die Apostel uns überliefert, was schon ein Polykarp, Ignatius von Antiochien, ein irenäus bezeugt haben, das verkünden wir euch im Auftrag Gottes: daß Christus in unser Fleisch sich erniedrigt hat, für uns ist gekreuzigt worden und auferstanden nach der Schrift. In ihm ist der ferne Gott uns ein naher und gegenwärtiger Gott geworden, der sich erniedrigt hat, um uns zu erhöhen.
Wenn solches bei uns wieder ganz und ohne Zögern bekannt wird – und was wäre sonst als alt-katholisches Bekenntnis denkbar? – , dann ist wahrhaftig die Zeit jenes dogmenlosen, unverbindlichen Allgemein-Christentums vorbei, vorbei aber auch folgerichtig die oberflächliche Sprechweiße bloß „religiösen, erbaulichen Redens“. (…)  Wir reden nicht mehr ungeziemlich von Dogmatik, von Liturgie und wer es dennoch tut, soll nicht mehr in dem Wahn leben, diese seine Auffassung sei die eigentliche, die bessere alt-katholische Auffassung und Lehre.“
(Paul F. Pfister, 1956)

Peter Amiet, Die Zweigeschlechtlichkeit in Schöpfung und Erlösung, in: IKZ 75, 1985, S. 92-96, 95f.:

„Wie immer man die Zweipoligkeit des Menschen versteht: wichtig ist die existentielle Einordnung von uns allen in sie. Die Kirche darf sich nicht der Aufgabe entziehen, dieses Phänomen geistlich zu deuten und ihr Verständnis zu bekennen. Dieses Bekenntnis darf dabei nicht nur eines mit Worten sein, sondern muss dem inkarnatorischen Charakter der Kirche gemäss auch dargestellt werden. […]

Eine solche Darstellung liegt gegenwärtig in der bekannten traditionellen Weise vor, da nur ein Mann vor dem Altar Christus, den Bräutigam der Kirche, darstellt. Diese Weise befriedigt nicht mehr. […] Diese Not könnte einen in die Versuchung führen, dieser Aufgabe nicht nachzukommen. Dieser Versuchung wird da nachgegeben, wo die Kirche Männer und Frauen in jeder Beziehung unterschiedslos im Gottesdienst wirken lässt. In diesem Fall kann die Kirche nur mehr mit Worten gottesdienstlich etwas über die Bedeutung der Zweipoligkeit sagen, nicht mehr aber in <inkarnatorischer> Weise.

Wenn nun im zentralen kirchlichen Gottesdienst die nicht mehr überzeugende Art des sich zur Zweipoligkeit Bekennens der Kirche nicht verbessert, sondern abgeschafft würde durch eine nicht nur gleichwertige, sondern auch durchgehend gleichartige Behandlung von Mann und Frau, dann würde das im Moment der Abschaffung zwar positiv heissen, dass die Kirche sich zur Gleichwertigkeit der Frau bekennt, welches Bekenntnis allerdings nur am Anfang als solches wirken kann. Negativ aber würde es bedeuten, dass die Kirche die Frage der Zweipoligkeit, welche in der Schöpfung von zentraler Bedeutung ist, an den Rand gedrängt. Die Ehe wäre kaum mehr Bild der Kirche und diese nicht mehr Vorbild jener. Der Zusammenhang zwischen der Schöpfung und der Neuschöpfung wäre in einer sehr wichtigen Beziehung am zentralen Ort nicht mehr ernstgenommen.“

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