Verfasst von: altkatholiken | Dezember 15, 2009

16.12.2009: Quatember des zehnten Monats am Mittwoch

Introitus.

Ant (Jes 45, 8): Tauet, ihr Himmel, von oben, und die Wolken sollen regnen den Gerechten! Es tue sich die Erde auf, und es sprosse der Heiland hervor!

Ps 18, 2: Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und das Werk seiner Hände verkündet das Firmament.

Gebet.

P. Lasset uns beten!

D. Beuget die Knie!

Stille

D. Erhebet euch!

Gott, der du siehst, wie wir auf deine Milde vertrauen: gewähre gnädig, dass wir uns des himmlischen Schutzes allezeit erfreuen mögen.

Erste Lesung.

Jes 2, 2-5: Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.

Responsorium.

Ps 23, 7 3 4: Hebet eure Tore, ihr Fürsten; lasst euch hinaufheben, ihr ewigen Pforten: der König der Herrlichkeit will einziehen. V. Wer darf hinaufsteigen zum Berge des Herrn oder wer darf stehen an seinem heiligen Ort? Wer unschuldige Hände hat und ein lauteres Herz.

Gebet.

P. Der Herr sei mit euch!

A. Und mit deinem Geiste!

P. Lasset uns beten!

– Stille –

Es komme uns, o Herr, dein Erbarmen zur Hilfe, und mögen wir es verdienen, aus den Gefahren, die uns ob unserer Sünden drohen, alsbald errettet zu werden.

Zweite Lesung.

Jes 7, 11-15: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen. Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müßt ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel geben. Er wird Butter und Honig essen bis zu der Zeit, in der er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.

Responsorium.

Ps 144, 18 21: Nahe ist der Herr, allen die ihn anrufen, allen die zu ihm rufen in Wahrheit. V. Das Lob des Herrn künde mein Mund und alles Fleisch preise seinen heiligen Namen.

Evangelium.

Lk 1, 26-38a: Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Predigt unseres hl. Vaters Leo über das Fasten im Dezember.

Als der Heiland seine Jünger über die Ankunft des Reiches Gottes und über das Ende der Zeiten dieser Welt belehrte und in den Aposteln die gesamte Kirche unterwies, sprach er: „Achtet auf euch selbst, daß eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Sorgen dieses Lebens!“. Diese Warnung bezieht sich, Geliebteste, offenbar ganz besonders auf uns, denen jener angekündigte Tag zwar verborgen, aber zweifellos nahe ist. Auf sein Erscheinen muß sich jedermann rüsten, damit dieser niemand findet, der seinem Bauche frönt oder in weltlichen Geschäften aufgeht. Tagtäglich können wir die Erfahrung machen, daß Übersättigung des Leibes den Verstand des Menschen abstumpft, und allzu reichliche Kost die Spannkraft des Geistes lähmt. So bringen also die Freuden der Tafel der Gesundheit unseres Körpers Schaden, wenn nicht besonnene Mäßigung der Lust des Gaumens Einhalt tut und ihr entzieht, was sich über kurz oder lang rächen wird. Unser Leib kann sich nichts ohne die Seele wünschen und ist in all seinen Sinnen und Bewegungen auf sie angewiesen. Aber trotzdem muß sie dem unter ihr stehenden Körper gewisse Dinge versagen und durch die innere Stimme des Gewissens den äußeren Menschen von ungeziemenden Handlungen zurückhalten. In dem hehren Tempel des Geistes soll sich unsere Seele, von den Begierden des Leibes nur wenig behelligt, göttlicher Weisheit widmen, um hier, wo all der Lärm weltlichen Treibens verstummt, bei heiligen Betrachtungen, inmitten unvergänglicher Freuden ihre Wonne zu finden! Wenn es auch schwer ist, ununterbrochen ein solches Leben zu führen, so kann doch der Versuch dazu immer wieder erneuert werden, so daß man es vorzieht, sich öfter und länger mit geistigen als mit irdischen Dingen zu befassen. Und wenn wir den größeren Teil unseres Lebens solch höheren Zielen weihen, dann dürfte auch unser weltliches Schaffen mit dem Gewinne unvergänglichen Reichtums enden.

Eine solche segensreiche Enthaltung gebietet uns, Geliebteste, vor allem das kirchliche Fasten. Dies ist der Lehre des Heiligen Geistes gemäß so über den Kreislauf eines ganzen Jahres verteilt, daß wir das Gebot, uns zu kasteien, in jeder Jahreszeit wiederfinden. Im Frühling unterziehen wir uns dem Fasten während der vierzig Tage vor Ostern, im Sommer zu Pfingsten, im Herbst im September und im Winter im Dezember, in dem wir jetzt stehen. Dadurch bringen wir zum Ausdruck, daß keine Zeit von diesem Gebote Gottes ausgenommen ist, und sich die ganze Natur in den Dienst des göttlichen Wortes stellt, um uns zu unterweisen. So werden wir gerade durch die vier Jahreszeiten gewissermaßen wie durch die vier Evangelien unablässig darüber belehrt, was wir predigen und tun sollen. Der Prophet sagt: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und das Firmament verkündet die Werke seiner Hände. Ein Tag überbringt dem andern das Wort, und eine Nacht gibt der andern davon Kunde“. Was gibt es da noch, wodurch die Wahrheit nicht zu uns spräche? Bei Tag und Nacht vernimmt man ihre Stimme. Und die Pracht der Welt, die der eine Gott erschuf, ruft in einem fort unserem Herzen die weise Lehre zu: „Erkennet das Unsichtbare an Gott in seinen Werken und dient nicht den Geschöpfen, sondern dem Schöpfer aller Dinge selbst. Wenn nun alle Laster durch Enthaltsamkeit ausgerottet werden, und alle Wünsche der Habsucht, des Stolzes und der Sinnlichkeit dieser mächtigen Tugend unterliegen, wie könnte da noch jemand im unklaren darüber sein, welch großen Schutz uns das Fasten gewährt, das von uns nicht nur Enthaltsamkeit im Essen, sondern auch Bezähmung aller fleischlichen Lust verlangt! Vergebliche Mühe wäre es, zu hungern, wenn man nicht auch von seinem sündhaften Begehren lassen wollte. Vergeblich wäre es, sich durch kärgliche Kost zu kasteien, wenn man nicht eiligst vor der schon geplanten Sünde zurückwiche. Ein Fasten, das nur das Fleisch, nicht aber den Geist berührt, treffen wir dort, wo man nur dem Leibe zusetzt, dagegen bei dem verharrt, was alle Genüsse an Schädlichkeit übertrifft. Was frommt es der Seele, sich äußerlich gewissermaßen als Herrin aufzuspielen und innerlich wie eine gefangene Sklavin geknechtet zu sein? Was frommt es ihr, dem Organismus ihres Leibes zu gebieten und das Recht der eigenen Selbstständigkeit zu verlieren? Mit Recht muß sich zumeist die Seele dessen den Widerstand ihres Dieners gefallen lassen, die Gott, ihrem Herrn, nicht die gebührende Unterwürfigkeit erweist. Enthält sich also unser Leib der Speisen, so enthalte sich auch unsere Seele der Sünden! Nach den Gesetzen ihres königlichen Gebieters richte sie über alles, womit wir uns auf Erden absorgen und wonach wir streben!

Sie sei sich bewußt, daß man in erster Linie Gott, in zweiter Linie dem Nächsten Liebe schuldet, daß sie es sich in all ihren Wünschen zur Richtschnur nehmen muß, weder von der Verehrung des Herrn, noch von der Unterstützung dessen zu lassen, der ein Knecht wie sie selber ist! Worin anders aber besteht die Ehrerbietung gegen Gott als darin, daß auch uns gefällt, woran er ein Wohlgefallen hat? Worin anders, als daß unser Wille nie mit seinem Gebote im Widerspruch steht? Wenn wir verlangen, was er verlangt, so wird unsere schwache Natur von dem Kraft empfangen, von dem wir auch das Wollen haben. „Gott ist es“, so sagt der Apostel. „der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen“. Wenn also der Mensch die ihm von Gott verliehenen Gaben zur Ehre ihres Gebers verwendet und allen Wünschen Einhalt tut, die ihm, wie er weiß, nur schaden können, so läßt er sich weder vom Stolz aufblasen, noch vom Unglück niederschmettern. Er hält sich fern von Mißgunst und Neid, von Üppigkeit und böser Lust, von blindem Zorn und wilder Rachgier. Auf diese Weise heiligt und reinigt er sich durch ein richtiges Fasten und kommt so zum Genusse unvergänglicher Freuden. Er versteht es irdische Schätze durch geistigen Gebrauch in himmlisches Gut zu verwandeln, indem er nicht für sich aufspeichert, was er empfangen hat, sondern seinen Besitz von Tag zu Tag mehrt durch das, was er andern gegeben hat. Daher mahnen wir euch in väterlicher Liebe: Laßt euch das Dezemberfasten durch reichliches Almosen zum Segen werden aus Freude darüber, daß der Herr durch euere Hand seinen Armen Speise und Kleidung reicht! Auch diesen hätte er ja die Mittel geben können, die er euch verliehen hat. Allein in seiner unbeschreiblichen Güte wollte er die Armen rechtfertigen, weil sie ihre Not geduldig tragen, und euch, weil ihr die Werke der Barmherzigkeit übt. So wollen wir denn am Mittwoch und Freitag fasten, am Samstag aber beim hochseligen Apostel Petrus die Vigilien feiern. der unser Gebet, unsere Kasteiung und unser Almosen huldreich unterstützen wird. Das gewähre uns unser Herr Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet in Ewigkeit! Amen.

Gebet über das Volk.

Gibt gütig acht, o Herr, wir bitten dich, auf die Hingabe deines Volkes, damit die, die ihren Leib durch Entsagung kasteien, durch die Frucht guter Werke im Herzen erquicket werden.

oder:

Sei, o Herr, deines Volkes Heiligmacher und Hüter, und möge es, durch den Beistand der seligen Maria beschützt, dein Gefallen finden und in sicherem Wandel dir eifrig dienen.

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Verfasst von: altkatholiken | Dezember 12, 2009

13.12.2009: Sonntag in der vorletzten Woche vor der Geburt des Herrn

Introitus.

Ant. Freuet euch im Herrn immerdar; abermals sage ich: Freuet euch! Eure Bescheidenheit werde allen Menschen bekannt. Nahe ist der Herr! Nichts sorge euch, sondern in jeder Lage bringt eure Bitten im Gebet vor Gott.

Ps 84, 2: Gesegnet hast du, o Herr, das Land; gewendet hast du die Gefangenschaft Jakobs.

Gebet.

Neige dein Ohr, wir bitten dich, o Herr, unserem Flehen und erleuchte die Dunkelheit unseres Gemüts durch die Gnade deiner Heimsuchung.

Epistel.

Phil 4, 4-7: Brüder! Freuet euch im Herrn immerdar; abermals sage ich: Freuet euch! Eure Bescheidenheit werde allen Menschen bekannt. Nahe ist der Herr! Nichts sorge euch, sondern in jeder Lage bringt eure Bitten im Gebet und im Flehen mit Danksagung vor Gott. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Sinne in Christo Jesu, unserem Herrn.

Responsorium.

Der du thronest, o Herr, über den Cherubim, erwecke deine Macht und komm! V. Der du Israel lenkst, gib acht, der du Joseph führst wie ein Schaf!

Halleluja. Halleluja. Erwecke, o Herr, deine Macht und komm, uns zu erretten! Halleluja.

Evangelium.

Mt 11, 2-10: Johannes hörte im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.

Gedächtnisse in der vorletzten Woche vor Weihnachten:

Sonntag: hl. Lucia, Jungfrau und Märtyrerin

Montag: hl. Johannes vom Kreuz, Mönch

Donnerstag: hl. Ignatius, Bischof und Märytrer; hl. Sturmius, Abt

Freitag: hl. Wunibald, Abt

Verfasst von: altkatholiken | Dezember 10, 2009

11.12.2009: Freitag in der 3. Woche vor der Geburt des Herrn

Evangelium.
Mk 1, 1-15: Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

Verfasst von: altkatholiken | Dezember 8, 2009

09.12.2009: Mittwoch in der 3. Woche vor der Geburt des Herrn

Prophetie.

Mal 3, 1-7a: Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen. Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren. Ich komme herbei, um euch zu richten; schon bald komme ich und trete als Zeuge auf gegen die Zauberer und die Ehebrecher, gegen die Meineidigen und gegen alle, welche die Taglöhner, Witwen und Waisen ausbeuten, den Fremden im Land ihr Recht verweigern und mich nicht fürchten, spricht der Herr der Heere. Ich, der Herr, habe mich nicht geändert und ihr habt nicht aufgehört, Söhne Jakobs zu sein. Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Gesetzen abgewichen und habt auf sie nicht geachtet. Kehrt um zu mir, dann kehre ich mich euch zu, spricht der Herr der Heere.

Evangelium.

Mt 11, 11-14: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. Seit den Tagen Johannes‘ des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt. Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll.

Verfasst von: altkatholiken | Dezember 6, 2009

06.12.2009: Sonntag in der 3. Woche vor der Geburt des Herrn

Introitus.

Ant. Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen zur Errettung der Völker, und der Herr wird die Herrlichkeit seiner Stimme hören lassen, um eure Herzen zu erfreuen.

Ps. 79: Der du Israel lenkst, gib acht, der du Joseph hütest wie ein Schaf!

Der du über den Cherubim thronst, erscheine vor Ephraim, Benjamin und Manasse!

Erwecke deine Macht und komm, um uns zu erretten!

Gott, bekehre uns; offenbare dein Angesicht, und wir werden gerettet werden!

Herr, Gott der Heerscharen, wie lange wirst du über das Gebet deines Knechtes zürnen;

wirst du uns mit dem Brot der Tränen speisen und uns den Trank voll Tränen reichen?

Du hast uns gesetzt in Widerspruch zu unseren Nachbarn, unsere Feinde haben uns verhöhnt.

Gott der Heerscharen, bekehre uns; offenbare dein Angesicht, und wir werden gerettet werden!

Einen Weinstock aus Ägypten hast du herübergeholt; du hast die Heiden vertrieben, ihn aber eingepflanzt.

Du hast vor ihm einen Weg gebahnt, seine Wurzeln eingepflanzt, und das Land wurde von ihm erfüllt.

Es bedeckte sein Schatten die Berge und seine Reben die Zedern Gottes.

Er streckte seine Ranken bis zum Meer aus und bis zum Fluss [Euphrat] seine Zweige.

Warum hast du seine Mauer niedergerissen? Es lesen ihn ab alle, die des Weges vorbeikommen.

Es verwüstete ihn ein Eber aus dem Wald, ein einsames wildes Tier weidete ihn ab.

Gott der Heerscharen, wende dich doch um; schau vom Himmel herab und sieh darein.

Und sorge für diesen Weinberg; vollende ihn, den deine Rechte gepflanzt hat!

Im Feuer ist er verbrannt und untergegraben worden. Vor dem Brausen deines Antlitzes sollen sie [die Feinde] zugrunde gehen.

Deine Hand ruhe auf dem Mann zu deiner Rechten, auf dem Menschensohn, den du für dich stark gemacht hast.

Und wir wollen gewiss nicht von dir weichen; belebe uns, so wollen wir deinen Namen anrufen.

Herr, Gott der Heerscharen, wende dich doch um; offenbare dein Angesicht, und wir werden gerettet werden!

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Ant. Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen zur Errettung der Völker, und der Herr wird die Herrlichkeit seiner Stimme hören lassen, um eure Herzen zu erfreuen.

Collecta.

Erwecke, o Herr, unsere Herzen, deinem Einziggeborenen die Wege zu ebnen, auf dass wir durch seine Ankunft gewürdigt werden, dir geläuterten Sinnes zu dienen.

Epistel.

Röm 15, 4-13: Und alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit, die Christus Jesus entspricht, damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einträchtig und mit einem Munde preist. Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes. Denn, das sage ich, Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen Diener der Beschnittenen geworden, damit die Verheißungen an die Väter bestätigt werden. Die Heiden aber rühmen Gott um seines Erbarmens willen; es steht ja in der Schrift: Darum will ich dich bekennen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen. An anderer Stelle heißt es: Ihr Heiden, freut euch mit seinem Volk! Und es heißt auch: Lobt den Herrn, alle Heiden, preisen sollen ihn alle Völker.  Und Jesaja sagt: Kommen wird der Spross aus der Wurzel Isais; er wird sich erheben, um über die Heiden zu herrschen. Auf ihn werden die Heiden hoffen. Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben, damit ihr reich werdet an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes.

Responsorium.

Ps. 49, 2-3, 5: Vom Zion her wird die Wohlgestalt seiner Schönheit kommen; Gott wird sichtbar kommen. V. Versammelt für ihn seine Heiligen, die seinen Bund unter Opfern schlossen.

Halleluja. Halleluja. Ps 121, 1: Ich freute mich als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir gehen. Halleluja.

Evangelium.

Lc 21, 25-33:  Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe. Und er gebrauchte einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an: Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Gedächtnisse in der 3. Woche vor der Geburt des Herrn:

Sonntag: Nikolaus, Bischof von Myra

Donnerstag: Eulalia, Märtyerin; Melchiades, Bischof von Rom

Freitag: Damasus, Bischof von Rom

Verfasst von: altkatholiken | Dezember 3, 2009

04.12.2009: Freitag in der 4. Woche vor Weihnachten

Evangelium.

Lk 3, 7-18: Das Volk zog in Scharen zu ihm hinaus, um sich von ihm taufen zu lassen. Er sagte zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an zu sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Da fragten ihn die Leute: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso. Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

Heute vor 30 Jahren, am 1. Adventssonntag 1979, hat sich die Alt-Katholische Kirche in Deutschland für die Freiheit und gegen die Gebundenheit entschieden, indem sie den Kanon der Messe durch eine „Sammlung von Eucharistiegebeten“ ersetzte.

Dies war das Fanal zu einer umfassenden „Liturgiereform“, mit dem Ziel einer Angleichung an die neue Messordnung Papst Pauls VI., den dieser bereits zehn Jahre zuvor, am 1. Adventssonntag 1969, durch die Apostolische Konstitution „Missale Romanum“ in Kraft setzte.

Ohne die Marginalisierung des altehrwürdigen Canon Romanus wären die Neuerungen, die darauf folgten, nicht denkbar gewesen. Indem Hand angelegt wurde an den heiligsten Text der abendländischen Christenheit, sahen sich die gleichen Reformkreise ermächtigt, weitere tiefgreifende Eingriffe in das Wesen und die Verfassung der Kirche vorzunehmen mit der Folge, dass die Kirchlichkeit der Alt-Katholiken fraglich geworden ist.

Im Gegensatz zu den Modernisten in der römischen Kirche kann man denjenigen Personen, die den westeuropäischen Altkatholizismus seit den 1970er Jahren dominieren, zugute halte, dass sie lediglich etwas gedanklich fortführten und umsetzten, was innerhalb des liberalen Spektrums der römisch-katholischen Kirche common sense ist: dass Altes durch Neues, Überliefertes durch Selbstgeschaffenes zu ersetzen sei. So wird in der altkatholischen Kirche der Gegenwart nur das konsequent zu Ende gedacht, was ebenso als „Reformanliegen“ innerhalb der römischen Kirche artikuliert wird (Frauenordination, Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften etc.).

Doch ein näheres Hinsehen entlarvt bereits das Anliegen einer „Liturgiereform“ als Ausdruck eines Neuerungsstrebens. Mitnichten handelt es sich dabei um eine Reform im Sinne einer Wiederherstellung. Unter dem Deckmantel der „Reform“ wird stattdessen dem Subjektivismus aus einem überzogenen Freiheitsverständnis heraus gehuldigt. Die Liturgie, die zuvor ein mächtiges Bollwerk gegen jedwede Irrung war, wurde zum Experimentierfeld für kreative Gottesdienstgestalter und zum Einfallstor für nicht wenige zweifelhafte, zuweilen gar heterodoxe Ansichten.

Der Kampf gegen den Kanon, das römische Eucharistiegebet, hatte sich bereits Martin Luther auf die Fahnen geschrieben. Der Todesstoss wurde ihm jedoch von demjenigen versetzt, dessen Aufgabe von Amts wegen es gewesen wäre, das liturgische Gut für alle zukünftigen Generationen unverändert zu bewahren: Papst Paul VI.

Hierin zeigt sich einmal mehr die Richtigkeit des altkatholischen Protestes gegen die überhöhte Stellung des römischen Bischofs, wie sie durch das Erste Vatikanische Konzil festschrieben wurde. Für traditionsgebundene Altkatholiken ist auch der Papst durch die Tradition gebunden. Er verfügt nicht über die Vollmacht, unorganische Neuerungen einzuführen; er steht nicht über, sondern in der Tradition; tut er dies nicht, steht er außerhalb.

Ebensowenig sind die Organe der altkatholischen Kirchen berechtigt, eigenmächtig die Liturgie der Kirche neu zu verfassen. Im Gegenteil: Ihr Gründungsauftrag ist es, an der überlieferten Liturgie festzuhalten und sie frei von Entstellungen und Verfälschungen weiterzugeben. Dabei stellen wir nicht in Abrede, dass es bisweilen nötig sein kann, Korrekturen vorzunehmen, in aller Behutsamkeit punktuell Revisionsarbeit zu leisten, nicht aber etwas derartig Neues einzuführen, wie es 1969 in der römischen Kirche geschah.

Wie konnte es zu einem solchen Schritt in der altkatholischen Kirche kommen?

These: Nur durch die irreführende Rede von „Wiederentdeckung“ und „Wiederherstellung“ war es möglich, diese Neuerungen legitim erscheinen zu lassen:

Die pastoralliturgische Erneuerungsbewegung, die in allen Kirchen der westlichen Christenheit aufgebrochen ist, hat ein altes Verständnis des Eucharistiegebets wiederentdeckt:

Es muß kein im Wortlaut festgeschriebener „Kanon“ sein.

So drückte es die Liturgische Kommission des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland am 21. Juni 1986 aus. Dem liegt jedoch ein weit verbreitetes Missverständnis des Kanons als einer Aneinanderreihung von separaten Bittgebeten zugrunde:

Im Bericht vom Abschiedsmahl Jesu (I Kor II, 24 und Parallelen) lesen wir: »Er nahm das Brot und sprach das Dankgebet« – >Eucharistäsas< heißt das im Griechischen. Das ist so wichtig, das davon die ganze Feier ihren Namen bekommen hat!

Im Laufe der Jahrhunderte geriet das in der westlichen Kirche in Vergessenheit. Aus dem Eucharistiegebet, der großen Danksagung, wurde eine Aneinanderreihung von Bitt- und Opferstrophen, die sich wie ein Kranz um die >Wandlungsworte< legten. Die alte Kirche hat so nicht gebetet und gefeiert. […] Martin Luther und andere Reformatoren haben die Rahmenstrophen aus guten Gründen gestrichen, aber das Dankgebet in seiner ursprünglichen Form nicht wiederhergestellt.

In diesem Zitat aus dem Vorwort zum neuen „Eucharistiebuch“  von 1995 zeigt sich darüber hinaus ein weiteres Missverständnis: die zeitliche Erstreckung dessen, was man unter „Alte Kirche“ versteht. So beweist der unterstrichene Satz, dass die Neuerer nicht auf dem Boden der Utrechter Erklärung stehen, denn für Altkatholiken währt die Alte Kirche bis zum grossen Schisma; sie umfasst das ganze erste Jahrtausend.

Daher ist dieser Behauptung entgegenzuhalten:

Ja, die alte Kirche (des Westens) hat so gebetet und gefeiert. Und die alt-katholischen Gemeinden, die das Altarbuch von 1959 verwendet haben, haben sehr ähnlich gebetet und gefeiert wie es die römische Ortskirche und die meisten der ihr verbundenen Ortskirchen des Westens es in jahrhundertelanger Treue zur hl. Überlieferung getan haben.

Sigisbert Kraft schrieb: „So ist die Feier in ihrem Kern nicht verfügbar und veränderbar“.

Dem ist zu erwidern: Nein; die Feier als Ganzes ist weder verfügbar noch veränderbar!

Und weiter äusserte der deutsche Bischof: „So ist die Gestalt der Eucharistiefeier, die wir in der gottesdienstlichen Erneuerung (Liturgiereform) der letzten Jahrzehnte wiedergewonnen habe, dieselbe wie in der alten Kirche, auf deren Glauben und Leben wir uns mit unserem Namen berufen.“

Darauf lautet unsere Antwort: Mitnichten! Ihr unterliegt einer gewaltigen Selbsttäuschung: Während ihr eine zeitgemässe Kirche wollt, halten wir fest an einem Verständnis von Kirche, das diese in Freiheit von Zeitgeist und kirchlichen Moden, die oftmals säkularen Ursprungs sind, existieren lässt.

Alle Neuerungen, die nach 1979 folgten (zuvorderst der IBK-Beschluss von 1982, die Einführung des Diakonats der Frau in die Verantwortung der einzelnen Mitgliedskirchen zu stellen), ging die Aversion gegen den Kanon voraus! Was dem Teufel das Weihwasser, ist dem Progressisten der Kanon, die Richtschnur eucharistischen Betens gemäss der Überlieferung der römischen Kirche, als diese noch fest im katholischen und apostolischen Glauben stand, als sie unzweifelhaft Teil der alten Kirche war, was gewisse Kreise in ihrer ideologischen Verblendung nicht erkennen und anerkennen können, so dass sie genötigt sind, die Existenz der alten Kirche auf die ersten zwei, drei Jahrhunderte zu verkürzen, um ihre Vorstellungen von Liturgie und Kirche in diese hinein projizieren und für die Gegenwart legitimieren zu können; ein Vorgang, der nicht ohne Geschichtsknitterung auskommt.

Während unsere altkatholischen Gründungsväter gegen jede Form von Geschichtsverfälschung ihre gelehrten Stimmen erhoben, um die römische Kirche vor einem Abgleiten in die Häresie zu warnen, blieb dies bei den Neuerungen der letzten 30 Jahre aus, mit einer Ausnahme: unsere amerikanische Schwesterkirche, die PNCC, die ein Jahr zuvor (1978) das Interkommunionabkommen mit der Episcopal Church (PECUSA) durch Bischofs- als auch durch Synodenbeschluss aufhob, nachdem der US-amerikanische Zweig der anglikanischen Kirchengemeinschaft sich gegen die Treue zur hl. Schrift und Überlieferung und für schrankenlose Freiheit entschied, indem die PECUSA (heute TEC genannt) das Frauenpriestertum für ihren Bereich sanktionierte; wie wir meinen, eine Vergehen gegen die Einheit der Kirche und eine Missachtung des göttlichen Willens.

Doch wie unterschiedlich die Perspektive auf diese Frage ist, zeigt die Begründung des deutschen Synodenbeschlusses von 1989:

Der Ausschluß der Frau bedeutet deshalb einen existenziellen Mangel für das ordinierte Amt, den die Kirche nicht ohne Schuld weiterexistieren lassen kann, weil so nur ein Teil des gottebenbildlichen Menschen in den priesterlichen Dienst und die geistliche Leitung der Kirche eingebracht ist.

Zwei Sichtweisen, zwei Optionen, stehen sich somit offensichtlich unvereinbar gegenüber. Der derzeit vorherrschenden Hermeneutik einer ‚Freiheit in Gebundenheit‘ stellen wir ein anderes, weniger bekanntes, aber nicht weniger bedeutsames Diktum des hl. Vinzenz von Lérin entgegen:

Fortschritte des Glaubens, nicht Veränderung! (profectus fidei, non permutatio),

denn „zum Fortschritt gehört nämlich, dass eine Sache in sich selbst vertieft werde; zur Veränderung aber, dass etwas aus einem in anderes verwandelt werde.“ (Vincentius Lerinensis, Comm. XXIII, 2, CCSL 64, 177)

Fazit:

Die Weichen zu diesen verhängnisvollen Neuerungen wurden in den 1970er Jahren gestellt. Der Preisgabe des Kanons folgte die Preisgabe des katholischen Charakters des Weihepriestertums. So verschwand innerhalb zweier Dezennien der Altkatholizismus als rechtgläubiger abendländischer Ausdruck katholischer Kirchlichkeit bis auf kleinste Restbestände aus Mitteleuropa.

Verfasst von: altkatholiken | Dezember 1, 2009

02.12.2009: Mittwoch in der 4. Woche vor der Geburt des Herrn

Epistel.

Jac 5, 7-10: Darum, Brüder, haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn! Auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, er wartet geduldig, bis im Herbst und im Frühjahr der Regen fällt. Ebenso geduldig sollt auch ihr sein. Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor. Klagt nicht übereinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Seht, der Richter steht schon vor der Tür. Brüder, im Leiden und in der Geduld nehmt euch die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn gesprochen haben.

Evangelium.

Mt 3, 1-6: In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen. Denn dieser ist der, von dem durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: „Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!“ Er aber, Johannes, hatte seine Kleidung von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig. Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan; und sie wurden von ihm im Jordanfluss getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.

Verfasst von: altkatholiken | November 30, 2009

30. November 2009: Festfeiern zu Ehren des Apostels Andreas

Am heutigen 30. November feiert die Kirche den Geburtstag des hl. Andreas.

Am Vorabend.

Introitus.

Ant. Als der Herr am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Petrus und Andreas, und er rief ihnen zu: Folget mir nach; ich werde euch zu Menschenfischern machen! Ps. 18, 2: Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und das Werk seiner Hände verkündet das Firmament.

Collecta.

Beschütze uns, barmherziger Gott, und leite uns durch den Beistand des seligen Apostels Andreas, dessen Geburtstagsfest wir vorfeiern.

Epistel.

Eph 1, 3-8: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt.

Gebet.

Wir bitten dich, allmächtiger Gott: möge der selige Apostel Andreas uns deine Hilfe erflehen, auf dass wir, von allem, was uns zur Last gelegt wird, freigesprochen und von allen Gefahren entrissen werden.

Lesung.

Eccl 31, 8-11: Selig ist der Mensch, der als tadellos befunden wird, der nicht hinter Gold herläuft und nicht auf Vermögen und Schätze hofft. Wer ist es, und wir werden ihn seligpreisen? Denn er hat Wunderbares vollbracht in seinem Leben. Wer ist darin erprobt und vervollkommnet worden? Es wird ihm zu ewigem Ruhme gereichen. Wer hätte vom Weg abkommen können und ist nicht abgekommen? Wer hätte Schlechtes tun können und hat es nicht getan? Deswegen sind seine Güter befestigt im Herrn, und von seinen Almosen wird die ganze Gemeinde der Heiligen erzählen.

Responsorium.

Ps. 138, 17-18: Sehr geehrt sind deine Freunde, o Gott, überaus stark sind ihre Anführer.  V. Ich will sie zählen, und zahlreicher als Sand werden sie sein.

Evangelium.

Joh. 1, 35-51: Am Tag darauf stand Johannes wieder dort und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus). Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels (Petrus). Am Tag darauf wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Am Tag.

Introitus.

Ant. Mir aber sind sehr geehrt deine Freunde, o Gott, überaus stark sind ihre Anführer.

Ps. 138: Herr, du hast mich geprüft und mich erkannt; du hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt.

Du hast meine Gedanken von ferne verstanden; meinen Pfad und mein Seil hast du ausfindig gemacht.

Und  alle meine Wege hast du vorhergesehen, denn noch ist kein Wort auf meiner Zunge.

Siehe, Herr, alles hast du erkannt, das Neueste und das Alte; du hast mich gebildet und deine Hand auf mich gelegt.

Zu wunderbar ist deine Kenntnis für mich beschaffen; so stark wurde sie gemacht, dass ich ihr nicht widerstehen kann.

Wohin soll ich vor deinem Geist gehen? Und wohin könnte ich vor deinem Angesicht fliehen?

Wenn ich in den Himmel hinaufsteige, du bist dort; wenn ich in die Unterwelt hinabsteige, du bist bereits da.

Würde ich Flügel annehmen im Morgengrauen und an den Enden des Meeres Wohnung nehmen,

auch dort würde deine Hand mich leiten, und deine Rechte mich halten.

Und ich sprach: Vielleicht wird Finsternis mich niedertreten und Nacht meine Erleuchtung in meinen Gelüsten sein.

Denn die Finsternis wird für dich nicht finster sein, und die Nacht wird erleuchtet werden wie der Tag; so wie ihre Finsternis, so wird auch ihr Licht sein.

Denn du hast meine Nieren in Besitz genommen, du hast mich im Schoße meiner Mutter angenommen.

Ich preise dich, denn erschreckend großartig wurde ich; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt dies gar sehr.

Nicht vor dir verborgen war dir mein Gebein, das du im Verborgenen machtest, und meine Wesenheit in den Tiefen der Erde.

Das Unvollendete in mir sahen deine Augen, und in deinem Buch werden alle geschrieben stehen; am Tage werden sie geschaffen werden und niemand wird unter ihnen sein.

Mir aber sind sehr geehrt deine Freunde, o Gott, überaus stark sind ihre Anführer.

Ich will sie zählen, und zahlreicher als Sand werden sie sein.

Collecta.

Gott, du wunderbarer Glanz deiner Heiligen, der du diesen Tag durch das Martyrium des seligen Andreas geweiht hast, schenke deiner Kirche, dass sie sich seiner Geburtstagsfeier immerdar erfreue und bei deinem Erbarmen durch sein Vorbild und seine Verdienste beschützt werde.

Epistel.

Rom 10, 10-18: Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen. Denn die Schrift sagt: Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen. Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen. Alle haben denselben Herrn; aus seinem Reichtum beschenkt er alle, die ihn anrufen. Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt? Wie soll aber jemand verkündigen, wenn er nicht gesandt ist? Darum heißt es in der Schrift: Wie sind die Freudenboten willkommen, die Gutes verkündigen! Doch nicht alle sind dem Evangelium gehorsam geworden. Denn Jesaja sagt: Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt? So gründet der Glaube in der Botschaft, die Botschaft im Wort Christi. Aber, so frage ich, haben sie die Boten etwa nicht gehört? Doch, sie haben sie gehört; denn ihre Stimme war in der ganzen Welt zu hören und ihr Wort bis an die Enden der Erde.

Responsorium.

Ps. 44, 17-18: Du wirst sie einsetzen als Fürsten über die ganze Erde. V. Anstelle deiner Väter sind dir Söhne geboren worden. Darum werden dich preisen die Völker.

Halleluja. Halleluja. Sehr geehrt sind deine Freunde, o Gott. Halleluja.

Evangelium.

Mt 4, 18-22: Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

Gebet über das Volk.

Auf die Fürbitte des seligen Apostels Andreas, Herr, wir bitten dich, möge das Volk deinen Segen empfangen, auf dass es durch seine Verdienste gnädig verherrlicht und für wert erachtet werde, durch immerwährende Gemeinschaft vereinigt, erfreut zu werden.

Verfasst von: altkatholiken | November 29, 2009

29. November 2009: Sonntag in der 4. Woche vor der Geburt des Herrn

Introitus.

Ant. Zu dir habe ich meine Seele erhoben. Mein Gott, auf dich vertraue ich. Nicht soll ich vor Scham erröten und nicht sollen meine Feinde mich verhöhnen. Es sollen ja auch alle, die deiner harren, gewiss nicht zuschanden werden.

Ps. 24, 4: Deine Wege, Herr, tu mir kund, und deine Pfade lehre mich.

Collecta.

Herr, wir bitten dich, erwecke deine Macht und komm, damit wir von den Gefahren, die uns ob unserer Sünden drohen, durch deinen Schutz entrissen und, durch dich von ihnen befreit, gerettet werden.

Epistel.

Röm 13, 11-14: Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt als neues Gewand den Herrn Jesus Christus an und sorgt nicht so für euren Leib, dass die Begierden erwachen.

Responsorium.

Alle, die deiner harren, sollen nicht zuschanden werden. V. Deine Wege, Herr, tu mir kund, und deine Pfade lehre mich.

Halleluja. Halleluja. Zeige uns, Herr, dein Erbarmen, und dein Heil schenke uns. Halleluja.

Evangelium.

Mt 21, 1-9: Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!

Gedächtnisse in der 4. Woche vor der Geburt des Herrn.

Sonntag: St. Saturninus, Märtyrer

Montag: St. Andreas, Apostel (mit Vigil)

Mittwoch: St. Bibiana, Jungfrau und Märtyrerin

Freitag: St. Barbara, Jungfrau und Märtyrerin

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